
Alman meets Balkan
Eigentlich arbeite ich im Consulting. Mit Tourismus, Reisejournalismus oder irgendwelchen Influencer-Karrieren hatte ich nie etwas zu tun. Und ehrlich gesagt: Der Balkan stand lange überhaupt nicht auf meiner Reiseliste. Unterwegs war ich durchaus viel – nur eben woanders. Richtung Osten hatte es mich, abgesehen von der Abschlussfahrt nach Prag, nie gezogen, und Südosteuropa im Speziellen blieb für mich ein weißer Fleck auf der Landkarte statt ein konkretes Reiseziel.
Geändert hat sich das vor ein paar Jahren eher zufällig. Gemeinsam mit ehemaligen Studienkollegen ging es auf einen Männertrip nach Albanien. Von da an wurde aus einer Reise Neugier. Mit dem Flughafen Memmingen quasi vor der Haustür wurden weitere Ziele unkompliziert erreichbar – und aus einzelnen Trips wurden immer mehr Reisen in den Balkanraum.
Das eigentliche Schlüsselerlebnis kam allerdings ungeplant. Nach einem kurzfristig gestrichenen Flug von Niš nach Wien saß ich plötzlich drei zusätzliche Tage in Serbien fest. Was zunächst wie ein Ärgernis aussah, hat am Ende meinen Blick auf die ganze Region gedreht. In diesen Tagen habe ich eine Gastfreundschaft erlebt, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Aus einem anfangs losen Kontakt sind über diese Tage echte Freundschaften geworden.
Seitdem zieht es mich immer wieder zurück. Inzwischen habe ich jedes Land des ehemaligen Jugoslawiens bereist und finde bei jeder Reise wieder einen Grund, zurückzukommen. Gleichzeitig merke ich immer wieder, wie wenig viele Menschen in Deutschland über diese Region wissen – obwohl sie nur wenige Flugstunden entfernt liegt.
Genau deshalb gibt es Reisen bildet.
Hier geht es nicht um die perfekten Instagram-Fotos, Luxusresorts oder die zehnte Liste der schönsten Aussichtspunkte. Mich interessieren die Geschichten hinter den Orten – warum mitten in Priština eine Bill-Clinton-Statue steht oder was eine Slava ist.
Ich bin kein Reiseprofi und kein Influencer und kann nach all den Trips noch immer kaum einen Satz in der Landessprache fehlerfrei aussprechen. Aber ich bin neugierig. Und überzeugt, dass man einen Ort erst wirklich versteht, wenn man seine Geschichten kennt. Genau die erzähle ich hier. Komm gern mit.
