Sloweniens berühmtester Doppelpack – beeindruckend, voll und nicht ganz billig
Die Postojna-Höhle ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Sloweniens, zusammen mit der nahen Felsburg Predjama der große Touristenmagnet des Landes. Entsprechend läuft es ab: Reisebusse, lange Schlangen, ein durchorganisierter Park drumherum und Preise, die nicht ohne sind.
Ich habe mir beides an einem Tag angesehen, morgens die Höhle, nachmittags die Burg. Hier meine Einschätzung, was sich lohnt und was nicht.

Der Morgen: mit der Bahn tief in die Postojna-Höhle
Ich hatte das Kombiticket (Höhle, Burg und Vivarium) und war in der ersten Tour am Morgen. Der große Parkplatz war noch fast komplett leer, der Park rund um den Eingang grün und gepflegt, ein ruhiger, angenehmer Auftakt.
Hinein geht es nicht zu Fuß, sondern mit einer elektrischen Höhlenbahn, die rund 3,7 Kilometer in den Berg fährt. Auf der etwa anderthalbstündigen Tour sieht man rund fünf Kilometer Höhle, den Rest zu Fuß. Im vorderen Teil des offenen Wagens drängten sich die Leute um die besten Plätze, Handys schon im Anschlag, um bloß jede Sekunde der Einfahrt zu filmen. Die Fahrt selbst ist kurz und windig, erlebt haben sie manche wohl vor allem später auf dem Bildschirm.

Etwas überrascht hat mich die schiere Größe. Die Hallen sind so groß, dass man das Gefühl für Entfernung verliert. Es ist klamm und kühl, überall tropft es. Eine Führerin geht mit und leuchtet unterwegs Details an, kein hektisches Durchschleusen, sondern eine ordentliche Tour.
Zwei praktische Dinge: festes Schuhwerk, weil es feucht und teils steil ist, und eine Jacke, denn in der Höhle sind es ganzjährig nur rund 10 Grad. Bei der Hitze draußen denkt man nicht dran.
Die „Drachenbabys“ im Vivarium
Zur Höhle gehört das Vivarium, im Ticket enthalten. Dort lebt der Grottenolm, ein blasses, bis zu 30 Zentimeter langes Höhlentier, das sehr alt werden kann und lange ohne Nahrung auskommt. Früher hielt man die Tiere für Drachenbabys, weil man sie nach starkem Regen aus dem Karst gespült fand. 2016 sind in Postojna junge Olme geschlüpft, was damals einiges an Aufmerksamkeit bekam.


Beim Rauskommen wird es voll
Nach der Tour zurück ans Tageslicht, und der Vorplatz war ein anderer. Zwei Stunden vorher fast leer, jetzt voller Reisegruppen, die Schlange am Ticketschalter reichte fast bis zum Parkplatz. Genau dafür die erste Tour am Morgen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber früh dran zu sein spart hier die Massen und den Parkplatz-Stress.
Der Nachmittag: die Felsburg Predjama
Höhle und Burg liegen rund zehn Kilometer auseinander. Ich bin mit dem Auto rüber, es gibt aber auch einen Shuttle-Bus (im Juli und August für Kombi-Ticket-Inhaber gratis, sonst kleiner Aufpreis). Unten weisen Einweiser auf einen recht neuen, nicht allzu großen Parkplatz ein, von dort geht es die Straße hinauf durchs kleine Örtchen und dann geradewegs auf die Burg zu.
Der Blick auf Predjama von unten ist das eigentliche Erlebnis. Die Burg steckt regelrecht in einer über 120 Meter hohen Felswand, und das seit mehr als 800 Jahren. Sie gilt als größte Höhlenburg der Welt.

Drinnen kommt es an diesen ersten Anblick nicht heran, aber man hat sich Mühe gegeben. Die Räume sind ordentlich aufbereitet, mit ein paar geschichtlichen Infos und Aussichtspunkten ins Tal. Zu ein, zwei davon führen längere, etwas unebene Treppen, nicht schlimm, aber gut zu wissen. Spektakulär ist das Innere nicht, die Arbeit dahinter ist trotzdem aller Ehren wert.
Der Raubritter Erazem
Eine Geschichte macht Predjama trotzdem greifbarer. Im 15. Jahrhundert hauste hier der Raubritter Erazem (Erasmus von Predjama). Mit den Habsburgern überworfen, wurde er über ein ganzes Jahr belagert und hielt durch, weil ihn ein verborgener Gang durch den Fels heimlich mit Nachschub versorgte. Der Legende nach erwischte ihn am Ende ein Verräter mit einem Kanonenschuss, ausgerechnet während er auf der Toilette saß.
Das Schöne: Oberhalb der Burg kann man in die Felsspalte hinein, in genau das Höhlensystem, durch das Erazem sich damals versorgt haben soll. Der geheime Gang ist also kein Prospekt-Märchen, sondern echter Fels, den man begehen kann.


Lohnt sich das?
Die Höhle ja, klar. Die Bahnfahrt, die Dimensionen, der Olm, das ist beeindruckend und den Eintritt wert.
Die Burg ist Geschmackssache. Der Anblick von unten lohnt in jedem Fall, und der kostet nichts außer der Parkgebühr. Das Innere würde ich mir nur ansehen, wenn dich alte Gemäuer wirklich interessieren, sonst reicht der Blick von außen.
Zu den Preisen: Die Höhle allein kostet je nach Saison rund 28 bis 31 Euro, das Kombiticket mit Burg und Vivarium rund 40 Euro. Einzeln zusammengerechnet käme man auf etwa 45, das Kombi spart also rund zehn Prozent. Günstig ist der Tag so oder so nicht. Rund um die Höhle ist außerdem ein ganzer Park gewachsen, mit Karst-Ausstellung, Hotel und Restaurants. Ich habe mich auf Höhle und Burg beschränkt, mehr braucht man meiner Meinung nach nicht.
Und wenn ich nur eines von beiden noch einmal machen würde, dann die Höhle.
Praktische Infos auf einen Blick
- Anreise: von Ljubljana rund 1 Stunde mit dem Auto.
- Tickets: Höhle allein ~28–31 € je nach Saison, Kombiticket mit Burg + Vivarium ~40 € (spart rund 10 % gegenüber einzeln); am besten vorab online buchen und Preise vorher prüfen.
- Früh kommen: die erste Tour am Morgen spart dir die großen Massen und an der Höhle den Parkplatz-Stress.
- Höhle: ~1,5 Std., Einfahrt mit der Höhlenbahn; festes Schuhwerk (feucht, steil) und eine Jacke (ganzjährig ~10 °C).
- Vivarium: der Grottenolm („Drachenbaby“), im Ticket enthalten, selbst erkundbar.
- Zwischen Höhle und Burg: ~10 km; Shuttle-Bus (Jul/Aug gratis für Kombi-Tickets, sonst kleiner Aufpreis) oder eigenes Auto.
- Predjama: der Blick von unten ist Pflicht und gratis (nur Parkgebühr); fürs Burginnere zahlt man Eintritt, dort teils lange, unebene Treppen.
